Nationenbildung und Demokratie: die Auseinandersetzung um Partizipation in Luxemburg von der Französischen Revolution bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges (1789-1940)

SCHEME: CORE

CALL: 2008

DOMAIN: ID - Identities, Diversity and Integration

FIRST NAME: Jean-Paul

LAST NAME: Lehners

INDUSTRY PARTNERSHIP / PPP: No

INDUSTRY / PPP PARTNER:

HOST INSTITUTION: University of Luxembourg

KEYWORDS: Partizipation

START: 2009-01-15

END: 2012-01-14

WEBSITE: https://www.uni.lu

Submitted Abstract

RelevanzNicht erst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs durchlief die luxemburgische GesellschaftTransformationsprozesse, die von Neuorientierungen der Wirtschaft und einer starken Zuwanderunggeprägt waren. Neue Bevölkerungsteile trafen auf eine Bevölkerung, deren Identität sich spätestenswährend des Krieges und im Verlauf der Nachkriegsjahre als eigenes Nationalbewusstsein ausgeformthatte. Partielle Anpassung und Integration der Immigranten, starke politisch-kulturelleNationsbildungsprozesse der ursprünglichen Bevölkerung, Vielfalt und Abgrenzung der verschiedenenTeile der Gesamtgesellschaft: eine derartige Situation ist typisch für Einwanderungsgesellschaften.ProblematikBereits lange vor die luxemburgische Staatswerdung in den Jahren 1814-1839 reichen Prozesse zurück,die die Gesellschaft dieses Landes ähnlich tief greifenden Wandlungen unterwarfen. Diese waren nichtnur mit horizontaler und vertikaler Mobilität der Bevölkerung, mit grundlegenden Umwälzungen derAgrarwirtschaft im Zuge der Erneuerung von Agrar- und Industrieproduktion verbunden, sondern auchmit dem Wandel der rechtlichen Rahmenbedingungen des gesellschaftlichen Lebens. Hier spielten zumeinen die zahlreichen politischen Wechsel eine maßgebliche Rolle: die temporäre Zugehörigkeit desLandes zu Österreich, Frankreich, den Niederlanden und Belgien oder zum Deutschen Bund und zumDeutschen Zollverein, die gefährdete Souveränität seit 1839, die deutsche Besatzung im ErstenWeltkrieg, die Neuorientierung in der Zwischenkriegszeit, der erneute deutsche Überfall und die sogenannte deutsche „Zivilverwaltung“ Luxemburgs im Zweiten Weltkrieg sowie Befreiung undNeuanfang nach dem Ende des „Katastrophen-Zeitalters“. Erhebliche Einflüsse auf Politik undRechtsordnung des Landes gingen aber auch von wichtigen gesellschaftlichen Organisationsformen aus,wie Vereine, Verbände und Parteien, sowie von der tendenziellen Erweiterung derPartizipationsmöglichkeiten immer größerer Teile der Gesamtgesellschaft am politischen Leben desLandes. Trotz ihrer großen Bedeutung für das Verständnis der Gegenwartsgesellschaft ist dieErforschung des Zusammenhangs von gelegentlich revolutionär vollzogenem gesellschaftlichem Wandel,wachsender politischer Partizipation, Entfaltung der Demokratie und Nationsbildung in Luxemburgbislang weithin Desiderat geblieben.

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